16.09.2017

Thema: „Der Einsatz von elastischem Tape in der logopädischen Therapie.“

Referentin: Anne Tenhagen

Ab jetzt wird bei uns auch getapet. Die Fortbildung „Der Einsatz von elastischem Tape in der logopädischen Therapie“, öffnete uns eine neue Tür in der logopädischen Arbeit mit unseren Klienten. In der Fortbildung wurden uns die verschiedenen Anlagetechniken, der Aufbau eines Tapes, die Farbenlehre, die Vorteile des Tapes sowie mögliche Kontraindikationen nähergebracht. Durch einen praktischen Teil, gab es jedem die Möglichkeit die verschiedenen Anlagen selbst auszuprobieren.

Von wem kommt das eigentlich?

Der japanische Arzt Kenzo Kase entwickelte in den 1980 Jahren diese äußerst hilfreiche Tapingmethode. Der Name Kinseo Taping ist ein registrierter Markenname der Ken Ikai Gesellschaft die ihren Sitz in Japan hat. Das Wort „kinesis“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet Bewegung.

Für wen ist es geeignet?

Das Tape kann grundsätzlich bei jedem angewandt werden. Hierfür gibt es keine Altersgrenzen. So wird das Tape z.B. bei Ess- und Fütterstörungen bei Babys und Kleinkindern angewandt oder bei Klienten mit Facialisparesen oder Dysphagien wie z.B. nach einem Schlaganfall. In der Stimmtherapie sowie in der Myofunktionellen Therapie findet es ebenfalls Anwendung. Die Behandlung wird für jeden Klienten individuell geplant und abgestimmt.

Was macht das Tape eigentlich?

Das Tape verändert den Tonus. Habsch beschreibt, dass sich das Tape über die Hautsensorik auf die Tiefensensibilität und sich dadurch wiederum auf die Koordination auswirkt. Die Wahrnehmung des Klienten verändert sich dadurch. Ihm erscheinen die Bewegungen wie geführt. Die Klienten lenken ihren Fokus dadurch mehr auf die Bewegungen und führen diese dann bewusster aus. Durch das veränderte Berührungs- und Druckempfinden, ausgelöst durch verschiedene Signale an den Hautrezeptoren, hat dies Einfluss auf die Efferenzen zum Muskel. Durch diesen Verlauf kann die jeweilige Spannung gesteuert werden. Grundsätzlich bleibt zu sagen, dass das Tape keine logopädische Behandlung ersetzt, sondern unterstützend wirkt.

Wir sind gespannt auf die Erfahrungen und mögliche Erfolge in unseren Behandlungen.

Ihre Logopädische Praxis Nattmann

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2016

Fortbildungen der Logopädinnen

26./27.9.2016

Thema: "Komm-ASS" Ein Therapiekonzept zur Sprachanbahnung bei Autismusspektrumstörungen

Referentin: Ulrike Funke | Ulm

Komm-ASS ist ein Therapiekonzept von Ulrike Funke, das sich zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen eignet, die nicht mit üblichen Therapiemethoden in die Sprache finden. Primär werden Patienten mit Autismus-Spektrum-Störung nach Komm-ASS behandelt, es haben sich aber auch Erfolge bei Kindern mit anderen Wahrnehmungs- und Entwicklungsstörungen wie ADHS, Down-Syndrom oder mit Mutismus gezeigt.

„Zielsetzung dieses ganzheitlichen Konzeptes ist die Schaffung der gemeinsamen Aufmerksamkeit. Nicht die Vermeidung von Reizen, sondern das gezielte Hinführen zu verschiedenen Reizen und ein ständiger Modalitätenwechsel (fühlen, hören, sehen) verbessern die Wahrnehmung der Kinder und stellen somit eine optimale Grundlage für die Sprachanbahnung dar. Über den ständigen Austausch und die Freude an einer lebendigen Kommunikation kann sich Sprache entwickeln.

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03.03.2016

Thema: Sprachförderung nach Zvi Penner, „Satzbau und Frageverständnis“

Referentin: Diplom-Psychologin Sandra Lenz | Jugendherberge Stuttgart

In dieser sehr lehrreichen, interessanten Fortbildung wurde den Teilnehmern praktisch wie auch theoretisch die Therapie von „Satzbau und Frageverständnis“ nach Zvi Penner vorgestellt.

Zu Beginn der Fortbildung legte die Darlegung der (Sprach-) Erwerbsprozesse den Grundstein. Der parallele Austausch zwischen Logopäden, Erziehern sowie Sprachheilkräften brachte verschiedene Ansichten, Erfahrungen und Informationen zu Tage.Den Teilnehmern wurde gezeigt wie sie den Satzbau spielerisch, sei es im Kindergarten oder in der Logopädie, fördern können. Hierzu wurde das sogenannte „Syntaxbrett“ von Zvi Penner verwendet.

In Kleingruppen konnten die Teilnehmer dies praktisch in Rollenspielen durchführen. Ein zweiter Punkt der Fortbildung war das „Frageverständnis“. Kinder die das Subjekt durchgängig an den Anfang eines Satzes stellen, können meist keine Fragen verstehen.

Ab wann verstehen Kinder eigentlich Fragen? Ein normal entwickeltes Kind sollte mit ca. 4 Jahren W-Fragen, wie z.B. „Warum weinst Du?“, verstehen. Viele Kinder haben allerdings weit über das vierte Lebensjahr hinaus hiermit Schwierigkeiten. Fragen wie „Wer + Was“ werden leichter verstanden, da dies konkrete Dinge sind wie z.B. „Der Papa hat ein Brot gekauft.“ – „Wer hat ein Brot gekauft?“ – „Der Papa.“, dies kann sich ein Kind bildlich vorstellen. Das Kind kann es anfassen, es ist nicht abstrakt.

Auch hier wurde anhand des „Syntaxbrett“ gezeigt wie man verschiedene Fragesätze bilden kann.

Nun freuen wir uns darauf die neuen Inhalte, Materialien und Spielideen im Praxisalltag auszuprobieren.

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27.02.2016

Thema: Piaget, Schweizer Psychologe (1896 - 1980); Veranschaulichen von Lernprozessen und der handelnde Umgang mit konkretem Material

Referent: Prof. Dr. Johannes Weber, Ort: Logopädische Praxis Hausach

Bei dieser sehr lehrreichen und interessanten Fortbildung, wurde uns Teilnehmern anschaulich die Verknüpfung von kognitiver und sprachlicher Entwicklung gezeigt. Welche Denkleistung muss ein Kind vollziehen können, um Sprache zu erwerben.

Grundlegende Voraussetzung für kognitive und sprachliche Entwicklung ist die konkrete Erfahrung der Umwelt mit allen Sinnen.

  • Objektpermanenz, Symbolfunktion: Kleinkind kann Sprache als System von lautlichen Symbolen für vorhandene oder nicht vorhandene Objekte verwenden.
  • Perspektivenwechsel, d.h., die Dinge aus Sicht des Gesprächspartners betrachten zu können.

Grundlage für Objektpermanenz, Symbolfunktion, Perspektivenwechsel und Spracherwerb sind konkrete, ganzheitliche Erfahrungen. Darauf basierend erlangt das Kind die Fähigkeit, losgelöst von konkreten Gegenständen zu denken, Hypothesen aufzustellen und zu diskutieren.

Wir freuen uns jetzt darauf, Inhalte und auch neue Materialien in unseren Therapien praktisch einzusetzen.

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Übersicht 2014

  • Aufbauseminar: Die verbale Entwicklungsdyspraxie und KoArt | Leitung Ulrike Becker-Redding| 11.10.2014
  • Thema: Depressionen | Therapeutenarbeitskreis Wolfach/Hausach | 15.5.2014 18.00 Uhr | Praxis für Ergotherapie Hausach
  • Thema: Die Zunge ein gemeinsames Arbeitsfeld für Zahnärzte und Logopäden | Jubiläums-Fortbildungsveranstaltung Dr. h.c. Susanne Codoni (Logopädin), Universität Basel | 5.4.2014 | Logopädenteam Praxen Hausach, Achern, Schramberg, Alpirsbach
  • Funktionale Anatomie des Gehirns | Referent: Prof. Dr. med. Bernd Fischer | 14.2.2014 | Praxis Hausach Logopädenteam / Förderkreis
  • Verbale Entwicklungsdyspraxie und Koartikulation | Fortbildung: Logopädenteam Wenzel & Nattmann | Ansatz: Ko-Art | Referentin: Ulrike Becker-Redding | 1.2.2014 | Praxis Achern
  • Dyskalkulie/Rechenschwäche | Diagnose und Fördermöglichkeiten | 23.1.2014 Praxis Hausach

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Fortbildungen im Einzelnen

Aufbauseminar: Die verbale Entwicklungsdyspraxie und KoArt am 11.10.2014

Im Einführungsseminar am 1.2.2014 wurde das differentialdiagnostische Erfassen sowie ein störungsspezifischer Therapieansatz praxisnah vermittelt. Nachdem wir diesen Therapieansatz in unseren Praxen erfolgreich einsetzen, freuen wir uns auf den Aufbaukurs der Fortbildung KoArt.

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Die verbale Entwicklungsdyspraxie und KoArt am 1. Februar 2014

Synonyme wie orale, verbale, artikulatorische oder kindliche Dyspraxie bezeichnen die Unfähigkeit oder Störung des Kindes willkürliche, adäquate Bewegungen zur Produktion von Phonemen und Phonemfolgen auszuführen. Dies führt zu einer schweren Aussprachestörung und oft stark eingeschränkter expressiver Sprech- und Sprachentwicklung, die sich unter der Behandlung mit den üblichen Therapieansätzen als fast therapieresistent zeigt.

In diesem Seminar wurde das differentialdiagnostische Erfassen sowie ein störungsspezifischer Therapieansatz praxisnah vermittelt. KoArt gehört zu den einzellautorientierten Ansätzen, beinhaltet aber auch Elemente anderer Vorgehensweisen. Dieses Seminar befähigt uns Therapeuten, die verbale Entwicklungsdyspraxie frühzeitig zu erkennen und einer Therapie auch bei sehr jungen Kindern kompetent gegenüber zu stehen.

Referentin:

Ulrike Becker-Redding (M.S.), ist Dipl.-Logopädin, Lehrlogopädin (Kindersprache) und Dozentin für Entwicklungsdyspraxie, LRS und NLP-Practitioner. 1977 Staatsexamen Logopädie Uni Münster, 1980 Master of Science in Speech Pathology, Boston University, USA. 1980-1985 Klinische Logopädin mit Schwerpunkt Neuropädiatrie. 1985-1994 Lehrlogopädin und Schulleitung (LLA Gießen), Fachbereiche Kindersprache und Stottern. Seit 1994: eigene Praxis, Dozententätigkeit in Entwicklungsdyspraxie, LRS, Dysgrammatismus und Supervision in Kindersprache. Seit 2007 auch Lehrtätigkeit an der Schule für Logopädie Uni Essen, Fachbereich Kindersprache.

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15 Logopädinnen aus den Praxen Schramberg / Alpirsbach / Hausach / Achern / Renchen nahmen im März 2013 an der folgenden sehr lehrreichen Fortbildung teil:

Morphologische Störungen: Diagnostik und Therapie im patholinguistischen Ansatz (Kauschke & Siegmüller)

Referentin: Heike Becker, M.Sc. Lehr- und Forschungslogopädin

Es wurden verschiedene Testinstrumente zur Überprüfung grammatischer Fähigkeiten gemeinsam besprochen. Den Hintergrund für die Morphologietherapie bildete der Patholinguistische Therapieansatz (PLAN, Siegmüller & Kauschke 2006). Es wurden hier die Therapiebereiche „Erwerb des Numerus", „Erwerb der Artikel“, „Erwerb der Verbzweitstellung“, sowie „Erwerb des Kasus" fokussiert. Die in den TB enthaltenen Übungsbereiche wurden besprochen und mit Hilfe von Fallbeispielen, einzelnen Videosequenzen sowie therapeutischen Umsetzungsideen vertieft. Hier wurden die 2012 unter der Herausgeberschaft von Kauschke & Siegmüller erschienenen „Materialien zur Therapie nach dem Patholinguistischen Ansatz: Syntax und Morphologie" einbezogen.

Ein herzliches Dankeschön an unsere Referentin Heike Becker. Danke auch - für die tolle Verpflegung und die immer gute Zusammenarbeit - an unsere Kolleginnen aus Achern.

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Das gesamte Team der logopädischen Praxen Nattmann/Wenzel (18 Logopäden und Sprachpädagogen) haben im April 2012 an der Schulung zum Thema "Vom Sprachrhythmus zur Rechtschreibung" in Hausach teilgenommen.

Dipl.Psychologin Sandra Lenz stellte den sprachrhythmischen Ansatz von Dr. Zvi Penner zur Vermittlung von Rechtschreibregeln vor. Wir Teilnehmerinnen lernten die für Kinder sehr anschauliche Arbeitsweise der Wortfabrik kennen. In dieser werden betonte und unbetonte Silben differenziert behandelt, da auch die Rechtschreibung dies berücksichtigt.

Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf die Regeln zur Dehnung und Dopplung gelegt, weil rechtschreibschwache Kinder gerade in diesen Bereichen besonders hartnäckige Schwierigkeiten haben.

Ursache ist meist eine Spracherwerbsstörung.

Wenn Schüler große Probleme in der Rechtschreibung haben, dann hilft die herkömmliche schulische Vermittlung der Rechtschreibung wenig. Durch ein methodisches Vorgehen lassen sich die Probleme in der Rechtschreibung beheben.

Vom Sprachrhythmus zur Rechtschreibung ist eine Methode, die einen linguistischen Hintergrund hat. Alle Schreibregeln, bis auf wenige Merkwörter, sind sprachrhythmisch gesteuert, d.h. es gibt keine Rechtschreibung für das ganze Wort, sondern sie ist von dem Betonungsmuster der einzelnen Siben gesteuert. Mit Hilfe der Wortfabrik bietet sie den Kindern eine klare Struktur und hilft ihnen, Ordnung in ihren “gefühlten Rechtschreib-Dschungel” zu bringen.

Ein großes Dankeschön gilt Frau Lenz, die uns praxisnah neue Ansätze in der LRS-Therapie vermittelt hat.

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